Wie errechnen sich die Darlehenszinsen?

Ob ein neues Auto, die Traumimmobilie oder Ersatz für die Wohnungseinrichtung – mit einem Kredit lässt sich vieles finanzieren, für das man ansonsten lange sparen müsste. Da die Banken Kredite aber nicht umsonst vergeben, ist ein Vergleich der Konditionen wichtig, schliesslich möchten Sie nicht zu viel für Ihren Kredit zahlen. Besonders wichtig sind hier natürlich die Darlehenszinsen, denn sie haben den grössten Einfluss auf die Kosten – das gilt insbesondere für die Zinsen bei Hypotheken, um die es in diesem Artikel vornehmlich gehen soll. Wir zeigen Ihnen, auf welcher Basis die Darlehenszinsen berechnet werden und wie Sie die Zinsen bei Ihrer Hypothek möglichst niedrig halten.

Wie kommen die Darlehenszinsen bei Hypotheken zustande?

Darlehenszinsen – ob bei einem Privatkredit oder einer Hypothek – basieren stets auf einer Vielzahl von Faktoren. Es gibt allerdings eine Grundlage, die zum einen besondere Bedeutung hat und zum anderen für alle Kredite gleichermassen gilt: das Zinsniveau. Die Lage am Finanzmarkt bestimmt, zu welchen Konditionen Banken Geld verleihen oder als Anlage akzeptieren – ist das Zinsniveau niedrig, erhalten Sie für Geldanlagen nur geringe Zinsen, haben im Umkehrschluss aber auch nur geringe Zinskosten bei Krediten. Der Begriff Zinsniveau kann allerdings leicht missverstanden werden, denn es gibt keinen allgemeingültigen Wert für die Zinsen, der für alle Banken als Grundlage dient. Es existieren allerdings sogenannte Referenzzinssätze, die meist für die Berechnung von Zinsen für Bankprodukte herangezogen werden. Einer der wichtigsten ist der LIBOR, kurz für „London Interbank Offered Rate“, der tagesaktuell in London ermittelt wird und für Geschäfte unter Grossbanken gilt. Die Bedeutung des LIBOR zeigt sich unter anderem daran, dass die Schweizerische Nationalbank ihr Zinszielband – ein wichtiges Instrument der Geldmarktpolitik – anhand des LIBOR ausrichtet.

Die Zinsen bei Hypotheken leiten sich also vom allgemeinen Zinsniveau beziehungsweise von der Entwicklung bestimmter Referenzzinssätze ab. Mit der LIBOR-Hypothek gibt es sogar ein Hypothekarmodell, bei dem die Berechnung des Zinssatzes direkt auf dem LIBOR basiert. Die Bank erhebt hier noch einen Aufschlag auf den LIBOR und passt den Kunden-Zinssatz in regelmässigen Abständen an die Entwicklung des LIBOR an – meist alle drei, sechs, neun oder zwölf Monate. Mit einer LIBOR-Hypothek sind Sie also praktisch immer am „Puls der Zeit“ und müssen in einer Niedrigzinsphase nicht fürchten, zu viele Zinsen zu zahlen. Fällt der Zinssatz nach Abschluss des Hypothekarvertrags, profitieren Sie sogar von sinkenden Zinskosten. Bei steigenden Zinsen müssen Sie allerdings auch mit höheren Kosten für Ihre Hypothek rechnen, daher empfiehlt sich eine LIBOR-Hypothek vor allem für Personen mit einem gewissen finanziellen Spielraum, um eventuelle Zinsschwankungen ausgleichen zu können.

Bei der zweiten in der Schweiz üblichen Hypotheken-Variante, der Festhypothek, werden die Darlehenszinsen nur einmal zu Beginn der Laufzeit ermittelt – sie bleiben dann bis zum Ende der Hypothek unverändert. Das bringt Ihnen eine hohe Planungssicherheit, für die Bank ist diese Hypothek allerdings mit einem Zinsrisiko verbunden, insbesondere bei längeren Laufzeiten. Da der Verlauf des Zinsniveaus nur schwer über einen längeren Zeitraum vorauszusagen ist, muss die Bank bei Laufzeiten von bis zu zehn Jahren fürchten, dass sich das Zinsniveau zu ihren Ungunsten entwickelt. Um diesen möglichen Verlust auszugleichen, erhebt sie bei längeren Laufzeiten einen Zinsaufschlag – Sie sollten also bei aktuell niedrigen Zinsen immer abwägen, ob es sich lohnt, die Laufzeit im oberen Bereich festzulegen. Im Gegensatz zur Festhypothek besteht bei der LIBOR-Hypothek nämlich nur ein sehr geringes Zinsrisiko für die Bank, sodass diese Variante unter Umständen günstiger für Sie sein kann. Mit dem Angebotsrechner von E-Hypo können Sie schnell und einfach mögliche Finanzierungsmodelle durchrechnen und sich dann für das passende Angebot entscheiden. Sie benötigen nur wenige Angaben und erhalten mit einigen Klicks ein individuelles Angebot – probieren Sie es doch gleich einmal aus!

Weitere Faktoren bei der Berechnung der Darlehenszinsen

Natürlich hängen die Darlehenszinsen bei Hypotheken nicht nur vom allgemeinen Zinsniveau ab – Ihre persönliche Situation hat ebenfalls grossen Einfluss auf die Höhe der Zinsen. Ein besonders wichtiger Punkt sind die eingesetzten Eigenmittel und das Verhältnis zwischen Eigenmittel und Hypothekarsumme, das auch als Belehnung bezeichnet wird. Die Belehnung ist in der Schweiz vom Gesetzgeber bei 80 % gedeckelt worden, Sie dürfen also maximal 80 % des Kaufpreises oder der Baukosten über eine Hypothek finanzieren. Grundsätzlich sollten Sie aber versuchen, eine niedrigere Belehnung zu erreichen, denn je höher diese ist, desto grösser ist das Risiko für die Bank, dass es zu Problemen bei der Rückzahlung kommt und sie einen finanziellen Schaden erleidet. Dementsprechend „belohnt“ die Bank eine niedrige Belehnung mit niedrigeren Zinsen.

Ähnlich ist es bei der Tragbarkeit, dem Verhältnis zwischen den Kosten für die Immobilie und Ihrem Einkommen. Müssen Sie einen grösseren Teil Ihres Einkommens für die Zahlung der Raten und der laufenden Kosten aufwenden, ist die Gefahr höher, dass es zu Zahlungsschwierigkeiten kommt. Auch dieses Risiko versucht die Bank durch höhere Zinsen auszugleichen. Sie sollten bei der Wahl der Immobilie und der entsprechenden Hypothek also auch immer Ihre finanziellen Möglichkeiten im Blick behalten – ansonsten müssen Sie unter Umständen mit deutlich höheren Darlehenszinsen rechnen.

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