Die variable Hypothek im Überblick

Wenn Sie planen, ein Eigenheim zu kaufen, werden Sie vermutlich auf eine Hypothek angewiesen sein. Sie sollten sich daher im Vorfeld Gedanken darüber machen, welches Hypotheken-Modell für Sie das richtige ist, denn in der Schweiz gibt es nicht nur eine Variante bei der Immobilienfinanzierung. Neben dem „Klassiker“, der Festhypothek, gibt es noch zwei weitere Modelle, die häufig gewählt werden: die LIBOR-Hypothek und die variable Hypothek. Um Letztere soll es in diesem Artikel gehen.

Was macht die variable Hypothek aus?

Die für die variable Hypothek gültigen Konditionen lassen sich am besten in Abgrenzung zu den anderen beiden Modellen erklären. Wie der Name schon vermuten lässt, sind zwei wichtige Faktoren bei der variablen Hypothek nicht fixiert: der Zinssatz und die Laufzeit. Damit unterscheidet sie sich grundlegend von der Festhypothek, bei der Laufzeit und Zinssatz zu Beginn des Vertrags festgelegt und dann nicht mehr verändert werden. Zwar bietet die Festhypothek ein hohes Mass an Planungssicherheit, dennoch muss das nicht immer die sinnvollste Variante bei der Immobilienfinanzierung sein.

Was jeweils als Grundlage für die Berechnung des variablen Zinssatzes dient, kann von Angebot zu Angebot verschieden sein, daher sollten Sie sich im Vorfeld informieren, um die Entwicklung der Zinsen zu beobachten und einen möglichen Trend voraussagen zu können. Der Vorteil dieser Methode ist, dass Sie von fallenden Zinsen profitieren können, was die variable Hypothek gerade in Hochzinsphasen interessant macht. Nachteilig ist allerdings, dass Sie auch von steigenden Zinsen betroffen sind und möglicherweise über einen gewissen Zeitraum höhere Zahlungen leisten müssen als ursprünglich eingeplant. Insofern sollten Sie über einen gewissen finanziellen Spielraum verfügen, wenn Sie sich für eine variable Hypothek entscheiden.

Ein weiterer Vorteil ist das niedrige Zinsrisiko für die Bank. Bei den langen Laufzeiten einer Festhypothek ist es für die Bank kaum möglich, die Entwicklung des Zinsniveaus vorauszusagen. Um einen Ausgleich für eine möglicherweise ungünstige Entwicklung zu schaffen, erhebt die Bank daher einen Zinsaufschlag, je länger die Laufzeit ist. Bei einer variablen Hypothek können die Zinsen hingegen in kurzen Abständen angepasst werden, daher ist das Risiko für die Bank sehr gering, sodass ein Zinsaufschlag aufgrund der Laufzeit entfallen kann.

Anders als bei der Festhypothek hat die variable Hypothek mit der LIBOR-Hypothek etwas gemein. Der Zinssatz wird bei der LIBOR-Hypothek ebenfalls angepasst, jedoch dient hier der Referenzzinssatz LIBOR als Grundlage, was für Sie als Kunde insgesamt etwas transparenter ist als bei der variablen Hypothek. Die variable Hypothek hat eine unbefristete Laufzeit, sodass Sie hier bei der Amortisation eine grosse Flexibilität geniessen. Das kann, gerade bei einer indirekten Amortisation über ein Säule-3a-Guthaben, einige steuerliche Vorteile mit sich bringen. Eine variable Hypothek kann in der Regel innert 3-6 Monaten gekündigt werden.

Wann lohnt sich die variable Hypothek – und wann nicht?

Betrachtet man die Entwicklung bei den Hypothekar-Modellen, zeigt sich deutlich, dass Festhypothek und LIBOR-Hypothek beliebter sind als die variable Hypothek. Es gibt dabei allerdings nicht einen festen, ausschlaggebenden Grund für diese Entwicklung – vielmehr haben verschiedene Faktoren dazu beigetragen, dass die variable Hypothek in der Gunst der Kunden nicht mehr so hoch steht und daher von einigen Banken auch nicht mehr angeboten wird.

Eine Erklärung ist sicherlich die Berechnungsmethode für die Zinsen, die bei der ähnlich strukturierten LIBOR-Hypothek für den Kunden einfacher zu verstehen ist. Dementsprechend ist es auch leichter, die Entwicklung des zugrundeliegenden Referenzzinssatzes, des LIBOR, zu verfolgen und Trends vorauszusagen. Zwar haben Sie bei einer variablen Hypothek meist nur eine kurze Kündigungsfrist von wenigen Wochen, bei einer LIBOR-Hypothek mit kurzer Laufzeit ergibt sich im Vergleich zur variablen Hypothek mit kurzer Kündigungsfrist für Sie als Kunde kaum ein Nachteil.

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