Der LIBOR – die Referenz für das Kreditgeschäft

Wenn Sie sich mit Krediten und Kreditangeboten beschäftigt haben – beispielsweise im Rahmen einer Immobilienfinanzierung – werden Sie sicherlich schon des Öfteren auf den Begriff LIBOR gestossen sein. Der LIBOR wird aber auch in anderem Zusammenhang häufig genannt, etwa, wenn es um das Zinszielband der Schweizerischen Nationalbank geht. Doch was genau ist der LIBOR eigentlich und wieso hat er eine so grosse Bedeutung für das Finanzwesen? Wir zeigen Ihnen, was hinter dem LIBOR steckt und wieso Sie ihn, vor allem als Immobilienkäufer oder Bauherr, im Auge behalten sollten.

Was ist der LIBOR?

LIBOR steht für „London Interbank Offered Rate”, was sich in etwa mit „Londoner Interbanken-Angebotszins” übersetzen lässt. Der LIBOR ist also ein Zinssatz, der für Geschäfte unter Banken gilt. Seine Bedeutung ergibt sich vor allem aus der Berechnungsart. Der LIBOR basiert nämlich auf den Zinssätzen, zu denen sich Grossbanken untereinander Blankokredite, also unbesicherte Kredite, vergeben würde. Der LIBOR bildet also die Grundlage für eine mögliche Kapitalbeschaffung von Grossbanken. Da sich Banken zwingend Kapital beschaffen können müssen, um am Markt tätig sein zu können, eignet sich der LIBOR gut als Referenzzinssatz. Schliesslich bestimmt er massgeblich die Kosten in einem wichtigen Teil des Bankengeschäfts.

Der LIBOR hat aber nicht nur im Kreditgeschäft als Referenzzinssatz Bedeutung, er beeinflusst auch die Geldmarktpolitik der Schweizerischen Nationalbank. Die SNB legt nämlich ein Zinszielband für den 3-Monats-Libor am Franken-Geldmarkt fest, das mit Hilfe der Geldmarktpolitik eingehalten werden soll.

Der LIBOR im Hypothekengeschäft

Der LIBOR hat aber nicht nur indirekt als Berechnungsgrundlage für Kreditzinsen Bedeutung. Bei der Immobilienfinanzierung dient er sogar als direkte Basis für eine bestimmte Art von Hypothek. Bei der LIBOR-Hypothek wird der Zinssatz in regelmässigen Zeitabständen – etwa alle drei, sechs oder zwölf Monate – anhand des LIBOR angepasst. Zwar erhebt die Bank auf den LIBOR noch einen Zinsaufschlag, um ihre Kosten zu decken, mit einer LIBOR-Hypothek bewegen Sie sich in Sachen Zinsen aber stets auf Marktniveau. Das hat den Vorteil, dass Sie von einem fallenden Zinsniveau profitieren können, ausserdem entfällt hier das Zinsrisiko für die Bank, wie es zum Beispiel bei Festhypotheken mit langen Laufzeiten besteht. Die LIBOR-Hypothek kann unter den richtigen Voraussetzungen daher deutliche Kostenvorteile gegenüber der Festhypothek bieten. Nutzen Sie den Rechner von E-Hypo, vergleichen Sie verschiedene Hypotheken-Varianten – und finden Sie einfach ein individuelles und günstiges Angebot.

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