Die 3. Säule der Vorsorge – privat fürs Alter planen

Die Vorsorge ist in der Schweiz in ein Drei-Säulen-System unterteilt, das die finanzielle Belastung zwischen Staat, Arbeitgeber und Arbeitnehmer aufteilt. Während die ersten beiden Säulen aufgrund der Beteiligung von Staat und Arbeitgeber stark reglementiert sind und Sie nur wenig Einfluss auf die Leistungen dort nehmen können, stehen Ihnen bei der 3. Säule verschiedene Wege offen. Wir erklären Ihnen, was es mit Begriffen wie „Säule 3a” oder „Säule 3b” auf sich hat und wieso die 3. Säule für die Altersvorsorge so wichtig ist.

Das Drei-Säulen-System in der Schweiz kurz erklärt

Das Drei-Säulen-System soll die Last der Vorsorge auf eine breite Basis verteilen. Die 1. Säule ist die staatliche Vorsorge. Sie umfasst die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (AHV) und ist für alle Personen, die in der Schweiz leben und arbeiten, verpflichtend. Die Leistungen aus der 1. Säule werden mit Erreichen der Altersgrenze automatisch ausgezahlt, sollen allerdings nur das Existenzminimum sichern und wären als alleinige Altersvorsorge nicht ausreichend.

Die 2. Säule beinhaltet die obligatorische berufliche Vorsorge (auf Grundlage des BVG) sowie die gesetzliche Unfallversicherung und ist für Personen mit einem versicherungspflichtigen Einkommen oberhalb der Grenze von gut CHF 21'000 verpflichtend. Hier sind Altersleistungen ab dem 24. Lebensjahr garantiert, zudem können Zahlungen für die Vorsorge in der 2. Säule steuerlich geltend gemacht werden.

Die 3. Säule ist die private Vorsorge, die noch einmal in Säule 3a und Säule 3b unterteilt wird. Erstere wird auch als gebundene Vorsorge bezeichnet, Letztere als freie Vorsorge. Unterschiede bestehen hier vor allem bei der Verfügbarkeit des Guthabens sowie bei der steuerlichen Behandlung der Einzahlungen.

Die Unterschiede zwischen Säule 3a und Säule 3b

Wie oben bereits erwähnt, wird die 3. Säule in die gebundene und die freie Vorsorge unterteilt. Bei der gebundenen Vorsorge in der Säule 3a können Sie eingezahlte Beträge voll von Ihrem steuerbaren Einkommen abziehen, zudem sind Wertzuwächse von der Einkommens-, der Vermögens- und der Verrechnungssteuer befreit. Bei Kapital- und Rentenzahlungen wird mit einem reduzierten Steuersatz gerechnet. Angesichts dieser steuerlichen Vorteile stellt sich natürlich die Frage, wieso man überhaupt etwas in die freie Vorsorge einzahlen sollte.

Nun, zum einen sind die Einzahlungen in die Säule 3a jährlich begrenzt, zum anderen ist das Geld, wie der Name dieser Vorsorge-Variante schon sagt, in der Anlage gebunden, Sie können also nicht frei darüber verfügen. Tatsächlich können Sie nur unter bestimmten Voraussetzungen und in der Höhe begrenzt auf Ihr Guthaben in der Säule-3a-Vorsorge zugreifen. Die steuerliche Begünstigung ist bei der Säule 3a ausserdem auf einen Maximalbetrag begrenzt, der 2018 beispielsweise bei versicherungspflichtigen Arbeitnehmern bei CHF 6'768 lag. Sind Sie keiner Pensionskasse zugehörig, lag 2018 der Höchstbetrag für die Säule 3a bei CHF 33'840.

Die freie Vorsorge in der Säule 3b ist – bis auf einige Ausnahmen wie Lebensversicherungen – steuerlich nicht begünstigt, da sie offiziell staatlich nicht gefördert wird. Das gilt übrigens auch für Auszahlungen, diese sind also auch steuerpflichtig. Vorteil der Säule-3b-Vorsorge ist, dass Sie jederzeit frei über Ihr Guthaben verfügen können – natürlich stets im Rahmen des von Ihnen geschlossenen Vorsorge-Vertrags.

Die Vorteile der Säule 3a nutzen

Da mit den Leistungen aus den ersten beiden Säulen meist nur ein Rentenniveau von etwa 70 % des bisherigen Einkommens erreicht wird, ist es in jedem Fall sinnvoll, über die 3. Säule diese Versorgungslücke zu schliessen. Dabei lohnt es sich, schon früh mit dem Aufbau der Altersvorsorge anzufangen. Zum einen nutzen Sie so die steuerlichen Vorteile über einen längeren Zeitraum aus, zum anderen können Sie dank des Zinseszins-Effekts auch bereits mit relativ kleinen monatlichen Zahlungen ein beachtliches Vorsorge-Guthaben aufbauen. Nutzen Sie für die Zahlungen das Lastschriftverfahren, bieten die Banken häufig eine automatische Anpassung des Betrags an. Ihr Zahlungsbetrag wird dann im November mit Bekanntgabe der aktuellen Grenze für die Säule-3a-Vorsorge so angepasst, dass sie weiterhin den steuerlich begünstigten Maximalbetrag einzahlen.

Sollten Sie noch weitere Vorsorge fürs Alter treffen wollen, sind Zahlungen in die Säule 3b natürlich ebenfalls sinnvoll – zwar entfällt hier der steuerliche Vorteil der Säule 3a, Sie bauen aber dennoch Guthaben für Ihre Pensionierung auf und können im Notfall sogar relativ unproblematisch auf dieses Guthaben zugreifen.

Eigenheimfinanzierung mit der Säule 3a

Da der Erwerb eines Eigenheims vom Gesetzgeber als Teil der Altersvorsorge angesehen wird, ist es bei der Immobilienfinanzierung möglich, auf das sonst gebundene Kapital der Säule 3a zuzugreifen. Sie können Ihr Guthaben beispielsweise als Eigenmittel nutzen oder aber es zur Amortisation einsetzen.

Wenn Sie mehr über die Möglichkeiten bei der Vorsorge in der 3. Säule erfahren wollen, wenden Sie sich an die Experten der Schwyzer Kantonalbank oder der Walliser Kantonalbank. Wir beraten Sie gerne zu allen Punkten und zeigen Ihnen denkbare Alternativen in der Vorsorge auf.

Fehler

Ein allgemeiner Fehler ist aufgetreten. Bitte wenden Sie sich an den Support.